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Einfach Klassik.

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Die 5 überraschendsten Klassik-Alben 2021

In meinen Albumbesprechungen schreibe ich ja öfter darüber, wie Aufnahmen mich überraschen können, wenn beim intensiven Anhören eine vorgefasste Meinung bei mir komplett umgedreht wird. Eigentlich mag ich diese Momente mit am liebsten, und fühle mich bereichert durch unerwartete, positive Wendungen. Daher habe ich mich in meiner Bestenliste für 2021 darauf konzentriert, diese nicht vorhersehbaren Momente noch einmal Revue passieren zu lassen.

Hier sind sie also, meine 5 überraschendsten Klassik-Alben 2021!

1. Vijay Gupta – When the Violin

Ein, zugegeben sehr erfahrener und versierter Geiger macht auf eigene Faust eine CD.  Das ist erstmal noch nicht abendfüllend. Wenn man sich aber die Karriere von Vijay Gupta ansieht, dann ist das ein Erkenntnisprozess, der bei seinen beeindruckenden musikalischen Errungenschaften startet, der bei Guptas sozialem Engagement mit der Street Symphony weitergeht, und dann schliesslich sein Ende in der komplett eigenen Produktion, Veröffentlichung und Vermarktung der CD durch den Geiger selbst endet. Und dann ist da nicht zuletzt die Bach-Sonate, die mich immer wieder sprachlos macht.


2. Aeneas Humm – EMBRACE

EMBRACE Cover

Auf den ersten Blick dominiert der optische Eindruck von Humms Jugend, wenn man ihn dann aber singen hört, dann geht man zunächst von einem Zuordnungsfehler aus. Die Reife von Humms Stimme und Interpretation ist erstaunlich, und das Album EMBRACE macht deutlich, dass wir noch viele erstaunliche Veröffentlichungen und Karriereschritte vom Schweizer Bariton erleben werden.


3. Asambura Ensemble – Fremd bin ich eingezogen

Asambura Cover

Ich erkannte erst mit der Zeit beim Hören wie hoch die Qualität bei dieser Einspielung des Asambura Ensembles ist, sowohl was die beteiligten Musiker*innen, als auch was das Konzept und die Komposition angeht. Die sehr hörenswerte Verbindung von interkulturellen Einflüssen hat mich auch längefristig begeistert, nicht nur wegen der wichtigen, politischen Aussage. Ich bin noch öfter zu den begleitenden Videos zurückgekehrt, und hatte viele, starke Melodien des Albums im Ohr.


4. Viktor Orri Árnason – Eilífur

Viktor Orri Árnason - Eilífur Cover

Árnasons eindringliche und tiefgründige Kompositionen öffnen mir Hörwelten und setzen sich in meinem Kopf fest. Immer wieder über das Jahr verteilt habe ich diese dunkeltönige Produktion mit dem Budapest Art Orchestra und dem Fóstbræður Male Choir genossen, und gerade in den beeindruckend tieffrequenten Chorpassagen geschwelgt. Vor dem jungen isländischen Komponisten liegen noch viele spannende Projekte, ich bin gespannt welches das Nächste sein wird.


5. Albrecht Mayer – Mozart

Albrecht Mayer Cover

Nicht zuletzt ist dies zunächst ein erwartbar hochwertiges Album, ein perfektes Produkt. Aber der Oboist Albrecht Mayer hat hier so liebevoll musiziert, so persönlich kuratiert, umarrangiert, und kompositorisch komplettieren lassen, dass dieses Album dann doch ein Schwergewicht in vielen Sammlungen sein dürfte. Vor allem aber wegen der erstaunlich persönlichen Hingabe, mit der der erfahrene Musiker dieses fast schon intime Projekt angegangen ist.

Icon Autor lg
Stefan Pillhofer ist gelernter Toningenieur und hat viel Zeit seines Lebens in Tonstudios verbracht. Er hat viel Hörerfahrung mit klassischer und Neuer Musik gesammelt und liebt es genau hinzuhören. In den letzten Jahren hat sich die Neue und zeitgenössische Musik zu einem seiner Schwerpunkte entwickelt und er ist stets auf der Suche nach neuen Komponist*innen und Werken. Stefan betreibt den Orchestergraben-Blog, wo er in gemischten Themen über klassische Musik schreibt. Darüberhinaus ist er auch als Konzertrezensent für Bachtrack tätig.
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