O Canto do Cisne Negro – Interkulturelles Zentrum Heidelberg lädt zum Konzert

Von Stefan Pillhofer

Interkulturelles Zentrum Heidelberg Künstlerinnen
Katja Zakotnik und Naila Alvarenga, Foto von Philipp Rothe, Heidelberg


Kultur muss weiterlaufen. Und sie tut es, auch wenn es wirklich schwierig für alle Beteiligten ist. Nicht nur die Basisarbeit mit Kulturveranstaltungen kann digital existieren, auch politisches Engagement eingebettet in kulturelle Ereignisse muss weiterhin ihren Platz haben. Das Interkulturelles Zentrum Heidelberg hat letzten Donnerstag ihre „Wochen gegen Rassismus“ beendet, und in diesem Rahmen habe ich das Streamingkonzert von Katja Zakotnik (Cello) und Naila Alvarenga (Piano) gehört. 

Interkulturelles Zentrum Heidelberg plant Abschlussabend

Die beiden Musikerinnen hatten sich schon länger damit beschäftigt brasilianische Musik in ihr Repertoire als Duo zu integrieren. Eine Einladung zu einer Konzerttournee durch das Land hatte den Impuls dafür gegeben. Diese muss ja leider abgesagt werden, dadurch haben die beiden aber umso mehr Zeit, neues Repertoire zu erforschen. Damit durften sie dann den Abend “O Canto do Cisne Negro – Abschlusskonzert der Wochen gegen Rassismus in Heidelberg” des IZ gestalten. Zusätzlich bot die Übersetzerin Ann-Kathrin Bürding zwischen den Musikstücken Lesungen von brasilianischen Gedichten und Texten.

In Heitor Villa-Lobos‘ vielleicht bekanntestem Werk, der „Aria“ aus den „Bachianas Brasileiras No. 5“ für Celloorchester und Sopran spielte Naila Alvarenga am Klavier das Cello-Orchester, und Katja Zakotnik die Gesangsstimme.mit dem großen Ton, den sie so gern erzeugt. Während der Klavierpart von Alvarenga sehr gefühlvoller gestaltet wurde, spielten sich die Musikerinnen zusammen in guter Abstimmung auch durch die moderneren Passagen des Stückes, bis sie den Schluss mit Schwung und guter Energie darboten.

Im dann folgenden „O canto do cisne negro“, auch von Villa-Lobos, agierte die Cellistin mit singender, erzählender Tongebung, während Naila Alvarenga perlend die absteigenden Notenkaskaden intonierte. Hier kam die Begeisterung der Musikerinnen für diese Werke besonders gut zum Ausdruck.

Gemeinsamer Schritt

Technisch richtig anspruchsvoll wurde für Zakotnik im Verlauf des Abends dann „Pampeana No. 2“ vom argentinischen Komponisten Alberto Ginastera. Sie meisterte die vielen schnellen Zweiklangfolgen mit viel Energie und Genauigkeit. Obwohl Klavier und Cello äusserst schnelle, eigene Wege verfolgten, blieben die Musikerinnen doch gut in gemeinsamem Schritt.

Nach einer letzten Lesung kam dann noch der Tanz “Baião” aus der „Suite Brasileira“ des jungen brasilianischen Komponisten André Mehmari. Mit launigem Wechselspiel in leichtem, agilem Tanzschritt, und später mit elegischer Intonation, die Schwermut in dieser Musik betonend, schlossen Zakotnik und Alvarenga das Stück leisetönig ins piano abfallend. 

Interpretatorisch sichere Glissandi am Cello und rhythmischer Witz am Klavier beschlossen dann diesen Konzertabend in „Corta-Jaca“ von Chiquinha Gonzaga.

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