Podcast “neue musik leben” feiert zweijähriges Bestehen

feiert zweijähriges Bestehen
Irene Kurka, photo © Thomas Götz

 

Es freut mich immer sehr so viele Künstler*innen zu erleben, die die aktuelle Krise als Chance betrachten, und ungebremst weitereilen. Irene Kurka ist eine von ihnen. Die gelernte Sopranistin, die sich in der Neuen Musik spezialisiert hat, und dort eine bekannte Größe geworden ist, hat sich in den letzten zwei Jahren zusätzlich als Podcastern einen Namen gemacht. Ihre Show “neue musik leben”, in der sie das gesamte Feld der Neuen Musik ihren Hörer*innen näher bringt, und interessante Einblicke gibt, feiert zweijähriges Bestehen. Nun haben viele Podcasts in ihren Episoden streng wiederholendes Format. Nicht aber “neue musik leben”, denn neben Interviews mit interessanten Personen aus dem Genre gibt Irene Kurka auch eigene Gedanken, und sogar praktische Tips aus dem Lebensalltag einer Musikerin. Und auch im Orchestergraben-Blog ist bekanntlich die inhaltlich bunte Mischung der Uniformität vorzuziehen.

Richtungswechsel

Der eigenen Karriere eine weitere Dimension hinzuzufügen ist eine große Unternehmung, in einem neuen Feld Expertise zu erarbeiten ist anstrengend und zeitintensiv. Irene Kurka hat sich das Podcasten mit aller dazugehörigen Technik beigebracht und bietet im Vergleich bemerkenswert hohe Qualität in sehr kurzer Folgenschlagzahl. Nicht zuletzt ein solider Contentplan, der ausgiebiger Planung bedarf, ist dazu notwendig. Und an Diesem arbeitet die Podcasterin permanent und akribisch. Noch dazu bietet “neue musik leben” Folgen in englischer Sprache an, bei interessanten Interviewpartner*Innen die das notwendig machen, zum Beispiel die Komponistin Eva-Maria Houben.

Daher ist dieses zweijährige Jubiläum ein wichtiger Meilenstein für Irene Kurka und auch der Orchestergraben gratuliert herzlich!

Radio zur Krise

Gerade die letzten Folgen des Podcasts sind bemerkenswert, denn auch Irene Kurka muss sich als ausübende Sopranistin in der Neuen Musik mit der aktuellen, gesellschaftlichen Situation beschäftigen und mit ihr klarkommen. Nun gibt es dazu eine große Vielfalt an Reaktionen, Geschockte, Lamentierende, aber auch die, die versuchen das beste aus allem zu machen, eine pragmatische Sicht auf die Dinge zu haben, und bei sich bleiben. Darum geht es in den aktuellen Podcast-Episoden, in denen Irene ihren Hörer*innen praktische Tips und Hinweise zu Hilfsangeboten für Musiker*Innen und gute Tagesabläufe in der Isolation gibt.

Denn auch ihre Konzerttätigkeit ruht, und auch bei ihr ist das sehr schade. Eine ganze Reihe wunderbarer Programme die schon fest geplant waren müssen leider ausfallen, und ich gebe zur Schonung unser aller Nerven jetzt dazu auch keine weiteren Details.

Ab in den öffentlichen Raum

Eines ihrer wichtigsten Projekte als Sängerin konnte aber wie geplant ablaufen und ist nun gut dokumentiert: Die Metropolitan Reihe. Dabei wurde zeitgenössische Musik aufgeführt, jedoch nicht im Konzertsaal, sondern in U-Bahnhöfen und im öffentlichen Raum in Düsseldorf. Damit soll dieses Musik-Genre erreichbarer und zugänglicher werden, und gleichzeitig Neue Musik mit neuer Architektur verbinden. Zum Beispiel “Metropolitan I” dessen Aufführung im U-Bahnhof Benrather Strasse gestartet wurde, wobei das architektonische Konzept des Bahnhofs „Himmel oben, Himmel unten“ widergespiegelt wurde. Von dort führte die Aufführung auf den Marktplatz der Altstadt, wo eine große Zahl an Zuhörer*innen erreicht wurde. 

Die letzte Ausgabe war “Metropolitan 3” im vergangenen September, wobei am Ausgangspunkt U-Bahnhof Graf-Adolf-Platz in Düsseldorf das Architektur- und Kunstkonzept “Achat” mit der Musik verbunden wurde.

So hoffen wir, dass auch Irene Kurka, wie alle Kulturschaffenden, bald wieder mit Auftritten tätig werden kann, dass sie die vielen hochinteressanten Konzepte, Ideen und Programme umsetzen kann, und nicht zuletzt, dass von ihrem Podcast “neue Musik leben” noch viele Episoden folgen werden.

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