Podcast: neue musik leben

Als Podcast-Dauerkonsument, der ich nunmal bin, stimmt es mich traurig zu sehen, wie wenig Sendungen es zu meinem Lieblingsthema, der Neuen Musik, gibt. Umso aufregender ist es, wenn ich dann doch fündig werde, und mit neue musik leben, einen so vielfältigen, reichhaltigen und mit Liebe hergestellten Podcast finde.
Irene Kurka hat als namhafte Gesangssolistin mit jahrelanger Erfahrung in der Neuen Musik ideale Voraussetzungen, dieses Programm informativ für alle Kulturschaffenden aus der Musik zu gestalten. Das überrascht auch nicht. Zusätzlich gelingt es ihr aber auch, einen Laien wie mich, einen interessierten Ahnungslosen, tief mit hinein zu nehmen in die Welt der Neuen Musik. Und da wird es dann richtig spannend. Genau diese Durchlässigkeit ist es nämlich, die mir sonst oft fehlt, wirken doch die Kreise der Schaffenden in der Neuen Musik oftmals eher unerreichbar. So können neue Zuhörergruppen nicht erreicht werden. So bleibt es bei den Abwanderungsströmen Architekturbeflissener aus Elbphilharmoniekonzerten, wenn Musik präsentiert wird, die weniger als 100 Jahre alt ist. Kurka bricht das auf, ist für jedermann als angenehme Erzählerin erlebbar, überfrachtet ihr Gesprochenes nicht mit Fachbegriffen, lädt ein anstatt auszuschließen. Mit ihren Interviews macht sie Lust, die Aufführungen und Werke ihrer Gäste anzuhören, durch ihre Monologe gewährt sie auch Außenstehenden interessante Einblicke in das Leben als MusikerIn. Und das Thema Zeitmanagement, zum Beispiel, ist ja nicht nur für Musiker relevant.
Und dann noch ein kleines Kunststück: viele meiner geliebten Podcasts haben in ihren Episoden immer den gleichen Ablauf. Nicht bei neue musik leben! Interviews und Gesprächssituationen wechseln sich ab mit eigenen Gedanken und Monologen der Gastgeberin, die Themen wandern von Selbstorganisation über Lösungsansätze bei der #metoo-Debatte hin zu Stärken von Musikern. Diese Vielfalt an Abwechslungen ist ein hohes Gut in der Podcastlandschaft, erfordert sie doch umso mehr Vorbereitungsarbeit. Andere Sendungen die das auch schaffen werden aufgrund dieser Eigenschaft oft aus dem allgemeinen Podcastangebot herausgehoben.
Allen Podcasthörern rate ich also dieses Programm umgehend zu abonnieren. Und allen, zu deren Leben Podcasts nicht gehören empfehle ich die Änderung dieser erschreckenden Tatsache, gleich mit dem Abo von:

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