Einfach Klassik.

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3 Lieblingsstücke von … Julian Steckel

Es wird wieder Konzerte geben. Irgendwann wird es wieder Konzerte geben. Die Sehnsucht danach überbrückt der Kulturbetrieb mit allerlei neuen Ideen. So auch der Orchestergraben-Blog. In der neuen Artikelreihe “3 Lieblingsstücke von…” beschreiben (Orchester-)Musiker*Innen kurz die drei Stücke, die sie selbst im Konzert am liebsten spielen, auf die sie sich im anstrengenden Konzertalltag als persönliche Highlights freuen.

Wenn man nach den momentan einflussreichsten deutschen Cellisten fragt, dann kommt man an Julian Steckel nicht vorbei. Nach einer intensiven Ausbildung bei hochkarätigen Lehrer*innen hat er sich einen weithin bekannten Namen erspielt, und ist überdies seit fast zehn Jahren selbst Professor für Violoncello. Zu meinem Glück durfte ich Julian Steckel bereits selbst im Konzert erleben als er mit den Kieler Philharmonikern das Cellokonzert von Bohuslav Martinů spielte.

Nun hat sich der gefragte Cellist bereit erklärt, uns die Stücke zu verraten, auf die er sich bei seinen Konzerten am meisten freut.

1. Dvorak Cellokonzert

Weil Dvorak mit dieser Musik, ihrer Lebensfreude, ihrer Kraft, ihrer Tragik und ihrem Trost so viel Menschliches anspricht und ich mich dadurch im Konzert besonders mit dem Zuhörern verbunden fühle. Ich bin Dvorak unendlich dankbar für diese Musik, und je mehr ich sie spiele, desto mehr liebe ich sie.


2. Bach Solosuiten

Weil man sich, scheinbar allein, auf eine lange Suche und Reise macht, und am Ende aber spürt: man war gar nicht allein. Alle Bach-Suiten zu spielen, schweißt mich mit dem Publikum auf eine Weise zusammen, wie ich sie sonst selten erlebt habe. Am Ende ist man sich in einer Mischung aus Erschöpfung und Euphorie sehr nahe- für mich ein kathartisches Erlebnis!


3. Schubert Streichquintett

Noch ein Werk, das man schwer fassen kann, so vom Himmel und gleichzeitig von der Erde ist es. Wenn man das Glück hat, es mit Vertrauten spielen zu dürfen, dann kann etwas entstehen, was ich schwer beschreiben kann. Es führt einen in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele und hinauf in den Äther, wo man meint, die Engel singen zu hören. Ich jedenfalls brauche danach immer eine Weile, bis ich wieder den Boden unter den Füßen spüre.

Titalfoto: Julian Steckel, Foto von Marco Borggreve

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Stefan Pillhofer ist gelernter Toningenieur und verfügt über langjährige Erfahrung aus der Arbeit in Tonstudios. Seine intensive Beschäftigung mit klassischer und Neuer Musik prägt bis heute seinen Blick auf Interpretationen, Klangkultur und musikalische Dramaturgie. Nach elf Jahren Klavierunterricht und mehreren Jahren Violinunterricht entwickelte er eine besondere Sensibilität für musikalische Details und Klangfarben – verbunden mit der Leidenschaft, Musik analytisch und zugleich emotional genau zu hören.   Er ist Gründer und Herausgeber des Online-Magazins  Orchestergraben, das sich durch ausführliche Rezensionen, Interviews und Hintergrundartikel zur klassischen und zeitgenössischen Musik profiliert hat. Seine Texte beschäftigen sich mit Konzert, Kammermusik, zeitgenössischer Musik sowie außergewöhnlichen CD-Produktionen.   Darüber hinaus war Stefan Pillhofer als Konzertrezensent für  Bachtrack tätig, wo er über Konzertaufführungen berichtete. Seit 2025 ist er Mitglied der Jury „Tasteninstrumente I“ beim  Preis der deutschen Schallplattenkritik und wirkt dort an der unabhängigen Bewertung herausragender Musikproduktionen mit.  
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